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Die Schweizer Arbeitswelt war noch nie so vielfaeltig

12 Min.
Kurz gefasst

Heute arbeiten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt fünf Generationen nebeneinander – mit unterschiedlichen Erwartungen, Werten und Arbeitsweisen. Diese Unterschiede haben nichts mit Leistung zu tun, sondern mit Prägung. Werden sie verstanden und bewusst genutzt, werden sie zu einer echten Stärke für Teams.

Dieser Artikel beleuchtet ausgehend von einem echten Gespräch fünf zentrale Unterschiede zwischen der Gen Z und den Babyboomern im Berufsalltag.

Zum ersten Mal in der modernen Geschichte sind auf dem Schweizer Arbeitsmarkt fünf Generationen gleichzeitig vertreten. Laut Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) stellt die Generation Y mit 36,2 % den grössten Anteil der Erwerbsbevölkerung, dicht gefolgt von der Generation X mit 34,7 %. Die Gen Z wächst weiter und erreicht 17,1 %. Die Babyboomer, die in den 1990er-Jahren mit beinahe der Hälfte der Erwerbsbevölkerung den Arbeitsmarkt prägten, kommen heute noch auf 11,6 %. Die verbleibenden 0,4 % entfallen auf die stille Generation. Noch vor Ende des Jahrzehnts wird zudem eine sechste Gruppe erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt machen: die ersten Vertreter:innen der Generation Alpha.

Dieser Generationenabstand umfasst mehr als ein halbes Jahrhundert an unterschiedlichen Erziehungsstilen, Arbeitsbeziehungen und Erwartungen daran, was Arbeitgebende bieten sollten. Das ist kein Hindernis, das überwunden werden muss, sondern eine Chance, die sich nutzen lässt – sofern Teams bereit sind, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen.

In diesem Artikel schaut der Job Coach darauf, was diese Vielfalt ganz konkret bedeutet. Ausgangspunkt ist ein Gespräch im jobs.ch-Podcast (Unmuted). Darin sprechen Steffi aus der Gen Z und Christina, Babyboomerin und Teamleiterin bei JobCloud, offen über ihre Arbeitsweise, ihre Grenzen und überraschenderweise auch über ihre Gemeinsamkeiten. Im Folgenden stellen wir fünf Themen vor, die sich aus diesem Austausch herauskristallisiert haben. Statt Konfliktsignale zu sein, zeigen sie Fragen auf, mit denen sich jedes generationenübergreifende Team genauer beschäftigen sollte.

Wer arbeitet heute in der Schweiz?
Erwerbsbevölkerung nach Generation, letzte verfügbare Daten (BFS/SAKE 2024)
Generation Y
Millennials · Geboren zwischen 1981 und 1996

36,2 %

Generation X
Geboren zwischen 1965 und 1980

34,7 %

Gen Z
Geboren zwischen 1997 und 2012

17,1 %

Babyboomer
Geboren zwischen 1946 und 1964

11,6 %

Stille Generation
Geboren zwischen 1928 und 1945

0,4 %

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE), Erwerbsbevölkerung nach Generation 1991–2024, Datenstand 24.04.2025

Was können Generationen voneinander lernen?
Zwei Perspektiven. Eine Arbeitswelt. Und deutlich mehr Gemeinsamkeiten, als man vermuten würde.
Gen Z
Geboren ungefähr zwischen 1997 und 2012
Babyboomer
Geboren ungefähr zwischen 1946 und 1964
01

01  ·  Arbeitsweise

Anders, aber nicht weniger
Flexibilität und Selbstbestimmung sind keine Zeichen von Faulheit. Die Gen Z arbeitet, um Ziele zu erreichen. Der Weg kann unterschiedlich sein. Entscheidend sind die Ergebnisse.
Ergebnisse zählen
Verlässlichkeit schafft Wert
Jahrelange Erfahrung zeigt, dass aus Beständigkeit und Konsequenz Vertrauen entsteht. Das steht nicht im Widerspruch zu Flexibilität, sondern ergänzt sie.
Erfahrung zählt
02

02  ·  Balance

Lebensbalance statt Work-Life-Balance
Arbeit ist ein Teil des Lebens – nicht umgekehrt. Nur zu arbeiten, um sich später erholen zu können, schafft einen Teufelskreis.
Eine Einsicht, die Zeit brauchte
Zu viel Arbeit macht krank. Eine ganze Generation hat das schmerzlich gelernt. Sich jüngere Kolleg:innen zum Vorbild zu nehmen und etwas mehr Leichtigkeit in die Arbeit zu holen, ist keine Schwäche, sondern Klugheit.
03

03  ·  Grenzen setzen

Nein sagen zu können ist Stärke
Die Gen Z hinterfragt stärker und erklärt ihre Gründe. Das ist keine Aufsässigkeit, sondern Ausdruck von Eigenverantwortung. Wer Grenzen setzt, schützt das ganze Team.
Freier Wille
Auch eine Frage der Erziehung
Frühere Generationen taten sich oft schwer damit, Nein zu sagen. Das lag an ihrer Erziehung, nicht an fehlendem Mut. Das anzuerkennen, ist der erste Schritt zur Veränderung.
04

04  ·  Mentale Gesundheit

Vulnerabilität zu zeigen ist eine Stärke
Für die Gen Z ist es normal, bei der Arbeit über mentale Gesundheit zu sprechen. Das ist Ausdruck von Eigenverantwortung und Offenheit gegenüber anderen.
Ein ehrlicher Widerspruch
Ein Team zu Offenheit zu ermutigen und gleichzeitig selbst die Zähne zusammenzubeissen, ist ein Widerspruch. Ein ehrlicher Widerspruch, der zeigt, wie tief Prägungen sitzen können.
05

05  ·  Karriere und Qualifikationen

Umwege gehören dazu
Ein Gap Year, ein Sprachkurs oder eine lange Reise sind kein Zeichen mangelnder Verlässlichkeit. Es ist Entwicklung. Solche Erfahrungen haben im Lebenslauf ihren Platz, genauso wie jedes Zertifikat.
Mut zum längeren Weg
Sich beweisen
Gute Karrieren ohne Master oder Doktorat waren möglich, weil Menschen sich bewiesen haben. Entscheidend war die Leistung. Diese Logik gilt bis heute.
Was alle Generationen verbindet
Der Wunsch, sich weiterzuentwickeln, gehört nicht nur einer Generation
Junge Kolleg:innen bringen Offenheit, Dynamik und kritisches Denken ein. Ältere Kolleg:innen bringen Erfahrung, Urteilsvermögen und Ausdauer mit. Beide Seiten brauchen einander. Intergenerationelle Teams sind kein Kompromiss – sie sind eine echte Stärke.
Synergien vor Hierarchie

Fünf Generationen bei der Arbeit: Was bedeutet das?

Die fünf Beispiele oben sind kein vollständiger Überblick über Generationenunterschiede. Es sind fünf echte Gesprächsmomente zwischen einer Babyboomerin und einer Gen-Z-Kollegin, die Aspekte sichtbar machen, auf die sich ein genauerer Blick lohnt. Was diese Menschen gemeinsam haben, ist Folgendes: Der Generationengraben ist nur selten eine Frage der Ergebnisse. Es geht vielmehr um Prägung. Es geht darum, wie Menschen gelernt haben, sich zu Autorität zu verhalten, Widerspruch auszudrücken oder zu verstehen, was Engagement gegenüber Arbeitgebenden bedeutet. Solche Muster sitzen tief und verändern sich nicht einfach durch ein gutes Onboarding-Programm.

Wichtig ist dabei eines von Anfang an: Die Behauptung, die Gen Z wolle nicht arbeiten, wird durch die Schweizer Daten nicht bestätigt. Das BFS verzeichnete für die 20- bis 24-Jährigen in der Schweiz im Jahr 2023 eine Erwerbsquote von 78,4 %. Dieser Wert ist gestiegen, seit die Gen Z in den Arbeitsmarkt eingetreten ist. Weniger akzeptiert werden offenbar schlechte Arbeitsbedingungen ohne nachvollziehbare Erklärung. Das ist etwas anderes. Genau diese Unterscheidung ist entscheidend.

Christina spricht diesen Unterschied mit grosser Offenheit an. Als Teamleiterin ermutigt sie ihre Mitarbeitenden aktiv dazu, bei der Arbeit offen über ihre mentale Gesundheit zu sprechen. Sie selbst würde das nicht tun. Nicht weil sie es falsch fände, sondern weil ihre Erziehung es ihr nicht erlaubt. Sie benennt diesen Widerspruch offen, ohne sich dafür zu entschuldigen.

«Alle Generationen sind dafür gemacht, zusammenzuleben. Es gab Zeiten, in denen wir grosse Familien hatten und alle, von den Jüngsten bis zu den Grosseltern, unter einem Dach lebten und voneinander lernten.» – Christina, Babyboomerin, Job Cloud

Gerade dieses Bild beschreibt wohl am besten, wie ein generationenübergreifendes Team im besten Fall funktioniert. Es geht nicht um eine künstliche Diversitätsinitiative, sondern um echten Austausch. Ältere Kolleg:innen bringen Erfahrung, Urteilsvermögen und die Fähigkeit mit, Kurs zu halten. Jüngere Kolleg:innen bringen Dynamik, neue Perspektiven und den Willen mit, lang etablierte Praktiken infrage zu stellen.

Verschiedene Generationen stehen nicht in gegensätzlichen Lagern. Ein Team, das diesen Grundsatz versteht, arbeitet besser. Für alle.

Steffi und Christina haben in ihrem Gespräch all diese Themen und noch viele weitere angesprochen. Das ist ein weiterer Beleg dafür, wie wertvoll generationenübergreifender Austausch sein kann.

🎧
Unmuted  ·  Der jobs.ch Podcast
Das ganze Gespräch zwischen Steffi und Christina
Gen Z trifft Babyboomer – offen, direkt und ohne Schonzeit. Mehr davon gibt es auf Spotify.

Jetzt reinhören →

Artikelzusammenfassung
Fünf Generationen bei der Arbeit: Was bedeutet das?

Die Generation Y stellt mit 36,2 % den grössten Anteil der Erwerbsbevölkerung. Direkt dahinter folgt die Generation X mit 34,7 %. Die Gen Z erreicht bereits 17,1 %. Für die 20- bis 24-Jährigen in der Schweiz verzeichnete das BFS 2023 eine Erwerbsquote von 78,4 %. Dieser Wert ist gestiegen, seit die Gen Z in den Arbeitsmarkt eingetreten ist. Weniger akzeptiert diese Generation offenbar schlechte Arbeitsbedingungen ohne nachvollziehbare Erklärung. Genau darin liegt der Unterschied.

01
Arbeitsweise
Die Gen Z arbeitet, um Ziele zu erreichen. Der Weg kann unterschiedlich sein. Entscheidend sind die Ergebnisse. Jahrelange Erfahrung zeigt zugleich, dass aus Beständigkeit und Konsequenz Vertrauen entsteht. Beides widerspricht sich nicht, sondern ergänzt sich.
02
Balance
Arbeit ist Teil des Lebens. Zu viel Arbeit macht krank. Mehr Leichtigkeit ist keine Schwäche.
03
Grenzen setzen
Grenzen sind Ausdruck von Verantwortung. Unterschiede liegen in der Prägung, nicht im Mut.
04
Mentale Gesundheit
Offenheit nimmt zu. Gleichzeitig zeigen Widersprüche, wie tief alte Muster sitzen können.
05
Karriere und Qualifikationen
Umwege sind Entwicklung, kein Zeichen mangelnder Verlässlichkeit. Entscheidend war die Leistung – und das gilt bis heute.

Der Text dieses Artikels und das begleitende Bild wurden mit Unterstützung von KI erstellt.

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